Saisonal, regional, vor allem auch möglichst frisch sollte es idealerweise sein, und da schlagen Märkte oder der Bauer um die Ecke in aller Regel jeden Supermarkt. Auch die Gemüseabokiste kommt grundsätzlich mit frisch geernteten Sachen, allerdings ärgert mich bei meiner „Regionalkiste“ gerade doch sehr, dass über die Jahre immer öfter „europäisches Gemüse“ als regional interpretiert wird – plus das Problem, dass ich bei größeren Mengen für die ganze Woche in jedem Fall am Ankunftstag sofort verarbeiten und einfrieren muss, denn nach 5 Tagen ist sonst der Vitalstoffwert wahrscheinlich auch nicht mehr höher als nach dem Kauf im Supermarkt. Was Manchen wundert, wenn ich dann sage „lieber frisch vom Aldi als vergammelt aus der Kiste“, denn in unserer Gegend kann man klar beobachten, dass die Discounter tw. täglich frisch beliefert werden, während die anderen Supermärkte ihr Gemüse mit Bedampfung, Abschneiden auffälliger Pflanzenteile (Bsp. gestutzte Frühlingszwiebeln, die ihre Unfrische gerne mit braunen Blattspitzen anzeigen, die dann kurzerhand schön gerade vom Personal zurechtgeschnitten werden) u.a. Tricks den Schein wahren müssen. Da wird der Unterschied zur Biokiste dann relativ. Und ich bin der Überzeugung, dass ein Körper, der mit lebendigen Vitalstoffen gefüttert ist, notfalls auch mit ein paar Pestiziden eher klar kommt als einer, der nur Gammelgemüse kennt. Deshalb empfinde ich die wöchentliche Lieferung bei den Biokisten nicht ideal und versuche Obst & Gemüse wirklich mehrfach wöchentlich einzukaufen, samstags auf dem Markt, dienstags per Biokiste (kleine Größe) und wann immer möglich in Hofläden der Umgebung. (Und, wann immer es geht, mit Sicherheit nicht! im Supermarkt, und wenn, dann höchstens „bei Aldi“);-)…

Aber zurück zur Saison: Ich freue mich auf die bald wieder bunter gefüllten Stände und Verkaufsflächen, obwohl ich so gerne Kohl & co esse, das ich diese im Sommer auch schon mal vermisse.

Oder Rote Bete. Deren Saison geht jetzt zu Ende, zumindest, was die Frischkost angeht. Da sie die geilste Farbe überhaupt im Smoothie liefert, werde ich da bei nächster Gelegenheit noch mal zuschlagen, denn zum Glück lässt sie sich ja eine gute Zeitlang lagern. Ohne besondere Maßnahmen halten sie im Kühlschrank eine Woche gut durch. Man kann sie sogar für zwei bis drei Wochen getrost im Kühlschrank lagern. Allerdings müssen die Knollen dafür vorher in Zeitungspapier einwickelt werden, damit sie in keinem Fall austrocknen.

(Wer sie selber zieht, kann nach der Ernte eine Holzkiste mit Plastikfolie ausschlagen und die dann bis zur Hälfte mit gut angefeuchtetem Sand auffüllen. Die Rote Bete hineinlegen und die Kiste komplett mit Sand auffüllen. Auf diese Weise kann man das Gemüse sogar bis zu fünf Monate lagern, am besten im kühlen Keller, denn je höher die Luftfeuchtigkeit, umso besser ist es für das Gemüse, da es dann nicht so viel Wasser verliert.)

Die einfachste Zubereitungsart von roter Bete ist übrigens die im Backofen: die Knollen mit etwas Öl bestreichen und in Alu-Folie gewickelt bei 200° 1 Stunde lang backen – die Schalen lassen sich danach einfach abreiben. Als Rohkost ist sie schon z.B. mit nur etwas geraspeltem Apfel, nativen Ölen und Zitronensaft (oder Apfelbalsamico) schnell und lecker zubereitet. (Rote Bete ist übrigens eine gute Eisen-, Magnesium-, Kalzium- und Folsäurequelle und genau deshalb für Vegetarier/Veganer besonders interessant.) 

Ausserdem geht auch die Chicorée-Saison dem Ende zu, abgesehen von interessanten Rohkostsalaten finde ich den auch immer gebraten (in gutem Öl geviertelt in der Pfanne, einfach nur mit Walnüssen & ein paar Spritzern Balsamico dazu z.B.) oder auch geschmort oder „gewokkt“ sehr lecker. (Chicorée gilt als natürlicher Fatburner und Cholesterinsenker, enthält viel Kalium, auch Kalzium und den Ballaststoff Inulin.) 

Oder Feldsalat. Seine Hauptsaison hierzulande endet schon im Januar, aber späte Sorten kann man noch bekommen. Ich finde immer faszinierend, dass er wirklich seit der Steinzeit als Nahrungspflanze genutzt wurde, jahrhundertelang allerdings ausschließlich wild gesammelt wurde. Angebaut wird er erst seit etwa 100 Jahren. Und er ist nicht nur „klassisch“ mit Speck zusammen im Salat eine gute Idee (Vitamin-C&A- und auch Eisen-& magnesiumreich), sondern mit allen anderen Blattsalaten, Zitrusfrüchten oder Nüssen sehr vielseitig kombinierbar, und auch im Smoothie macht er sich richtig gut. Nur frisch sollte er wirklich sein, da er seine Vitamine sehr schnell verliert und leider nicht zu den lagerfähigen Gemüsesorten gehört. Ein leckeres und sattmachendes Rezept ist auch der „grüne Kartoffelsalat“, der hier gut beschrieben ist – den Schinken kann man ohne Verluste einfach weglassen, oder durch vorher gut angebratene Räuchertofustückchen ersetzen.

Und was gibts noch? Im März noch aktuell sind frischer Topinambur und Pastinaken-beide übrigens auch durchaus als Rohkost zu genießen, was ich selbst auch noch gar nicht so lange weiß, denn traditionell kennt man eher Kochgerichte

Topinambur wird gerne als „Diabetikerkartoffel“ bezeichnet, denn auch sie enthält Inulin. Inulin beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht und regelt die Abgabe von Glucose ins Blut, womit ein rascher Anstieg des Blutzuckerspiegels zuverlässig verhindert wird. Auch Topinambur kann wie Chicorée schnell mal in Kombination mit Nüssen oder Zwiebeln und ein paar Hefeflocken in der Pfanne angebraten werden, oder auch so wie in diesem empfehlenswerten Rezept. Ebenso als Chipsersatz, Reibekuchen oder Auflauf zubereitet. (Eine generell gute Anleitung, wie man verschiedene Gemüsesorten in Gemüse Chips verwandelt, findet man hier.) Roh schmeckt mir besonders gut die Kombination mit Birne, Walnüssen und Zimt (auch eine Empfehlung für Smoothie-Experimente, die allerdings eher in die Herbstsaison passt.) Und:

Schälen muss man die Knollen übrigens nicht, gutes Abbürsten wie bei Kartoffeln reicht und schont die Vitalstoffe. Bei Pastinaken ist das anders-sie haben oft eine dicke Schale, die schon einen Sparschäler braucht, weil es sonst den Geschmack beeinträchtigt- vor allem bei großen, dicken Stücken. Ansonsten aber sind sich beide Gemüse in Behandlung und den vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten ähnlich, vor allem aber schmeckt auch ein Pastinakensalat richtig gut, man muss sie nicht kochen. 

Weiter freue ich mich im März außerdem noch auf Lauch und Rettich, Rotkohl, Spinat, Weißkohl & vllt. auch Wirsing

Bei all dem gilt: ich esse auch gerne Bananen und die sind nun mal nicht regional! Aber vielseitig verwendbar und ein gesunder Ersatz für Zucker und Süßigkeiten. Wie bei anderen Dingen auch halte ich nichts davon, „Regionalität und Saisonalität“ zur Religion zu machen. Wenn ich Lust auf Blumenkohl habe, wird der ausnahmsweise auch schon mal aus  einem Land gekauft, wo er einfach früher reif ist – es müssen deshalb ja nicht gleich die berühmten „Erdbeeren im Dezember“ sein! Aber in punkto „artgerechte Ernährung“ ist das, was regional gerade wächst eben das gesündeste und eine gute Richtschnur. Und: im Gegensatz zum anonymen Supermarkt habe ich ganz andere Ansprechmöglichkeiten auf dem Markt oder beim regionalen Bauernhof, denn dort kann ich fragen (und bekomme auch kompetente Antwort), ob es sich um Freilandware handelt oder ob das Gemüse aus dem Import stammt. (Natürlich gibt es auch auf Märkten oder in der Biokiste Importwaren, die nicht sofort als solche erkennbar sind – zum Beispiel Chicorée ist sehr selten wirklich Freilandware,  auch wenn er lose verkauft wird.) So bleibt „mein“ Produzent über die Kundenwünsche auf dem Laufenden und ich habe eine echte Chance aufgrund der direkten Information abzuwägen, wie wichtig mir die „richtige“ Region und Saison gerade sind. Bei Schildern im Supermarkt mit Aufschriften wie „Herkunftsland: Marokko/Deutschland oder Spanien/Deutschland“ ist das schlicht nicht möglich.

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