Als Möchtegern-Veganerin und Strickerin beschäftigt mich seit längerem die immer wieder zu lesende Behauptung, dass Textilien aus tierischen Fasern eine bessere Ökobilanz hätten als Kunstfasern oder auch Fasern pflanzlichen Ursprungs. 

Die Produktion von Leder zeigt aber beispielhaft, dass auch Tierfaser-Produkte durchaus aus ökologischen Gesichtspunkten bedenklich sind: Für die Aufzucht der Tiere und die anschließende Lederherstellung wird sehr viel Wasser benötigt (, genau wie übrigens auch im Baumwollanbau). Außerdem gelangen durch die Gerbung Schadstoffe in die Umwelt….von der Massentierhaltung, die die Lederproduktion erst richtig in Schwung bringt, ganz abgesehen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Skala, die das niederländische Beratungsunternehmen MADE-BY entwickelt hat, wonach z.B. Stoffe nach vergleichbaren Kriterien (Energie-, Wasser- und Landnutzung, Giftigkeit, Treibhausemmissionen) analysiert und in fünf Klassen einordnet wurden. Hiernach schneiden allerdings Kunst- und Pflanzenfasern in der Gesamtbilanz generell besser ab als die Rohfasern/Materialien vom Tier.

Alleine recycelte Wolle schafft es in die erste Klasse, Schurwolle taucht erst in der schlechten fünften Klasse auf. Schade nur, dass es hier mehr um Textiles ging, Garne wie Alpaca oder Mohair blieben unklassifiziert. Dennoch interessant, dass die eingangs genannte Behauptung damit hinfällig sein dürfte.

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