…ist mir mitunter ein Bedürfnis. Hirse, weil sie mir gut schmeckt, natürlich, und wegen des Eisengehalts. 50g davon decken mit etwa 3,5 mg immerhin schon ein Viertel des tgl. Eisenbedarfs (10-15mg) ab. Dass daneben noch reichlich Magnesium und Silicium sowie Vitamin E enthalten sind, ist mir auch sympatisch. Warm ist mir aber auch wichtig, denn so ganz ist noch kein Frühling und mein Bedürfnis nach warmen Mahlzeiten ist im Moment sehr stark. Kalte Salate kann ich zu dieser Jahreszeit zum Beispiel nicht so gut essen. (Ein bisschen Rohkost vor dem warmen Essen geht, weil ich ja weiß, dass mein Bedürfnis nach Wärme noch gestillt wird.)

Heute Morgen habe ich das Hirse-Müsli nach einem Rezept aus dem Buch „Mami, ist das Vegan?“ von Jumana Mattukat zubereitet, ein Buch, dass ich für Anfänger sowie für Eltern von kleineren Kindern besonders empfehlenswert finde. Es ist kein Kochbuch, sondern ein Erfahrungsbericht, und zwar einer Mutter beziehungsweise einer Familie mit zwei kleinen Kindern. Sie erzählt, wie sie zum Vegansein kam, wie sie versucht sich umzustellen (mit allen typischen Problemen), und wie dieser ganz persönliche Prozess sich auf Ihre Familie ausgewirkt hat.

Das Buch enthält dabei viele Tipps für die Praxis und zum Abschluss einen Rezepteteil mit etwa 30 familienerprobten Rezepten.
Davon sollte man nicht zu viel erwarten – die Rezepte sind einfach gehalten, Alltagsküche eben. Auch wer schon viel gelesen und richtig Erfahrung gesammelt hat mit der veganen Umstellung, braucht dieses Buch zur Sachinformation wahrscheinlich nicht mehr. Aber es ist ein Bericht, der sehr ehrlich von den persönlichen Gefühlen und Gedanken während der Umstellung erzählt, von Familienkonflikten und Reaktionen des Umfeldes, was mich persönlich sehr getröstet hat – man fühlt sich als „Neuveganer“ einfach nicht so alleine gelassen, gerade, wenn Austauschpartner im Freundeskreis rar sind. Auch der Umgang mit den eigenen Kindern wird thematisiert, was sage ich ihnen, und wie ernähre ich meine Kinder als vegane Mutter, dazu fehlte es noch an Literatur.

Persönlich stört mich etwas, dass sie sehr viel vom Tierleid und Ihrer persönlichen Betroffenheit redet, vor allem, was die Trennung von Kälbern von ihren Müttern angeht…diese Wiederholungen können irgendwann nerven. Umgekehrt reicht ihr bei der Frage, wie gesund es ist, ihre Kinder zukünftig auch vegan zu ernähren, die Auskunft eines einzigen Arztes. Da hätte ich mir weitere Quellen gewünscht.
Aber wer einen persönlichen Erfahrungsbericht und Unterstützung für die eigene Umstellung sucht, ist hier in jedem Fall gut aufgehoben, so sind die Kritiken zum Buch auch vorwiegend sehr positiv – z.B. bei amazon oder beim Vebu.
Und das Hirse-Müsli schmeckt auch sehr gut.

Advertisements