Mein Mann hat heute Geburtstag, da soll doch ein Kuchen her, denn durch meine Krankheit sieht es schon mit Geschenken u.a. Vorbereitungen mau aus, also will ich mich wenigstens, was den Kuchen angeht, nicht lumpen lassen und mich zu einem schnellen Backevent während seiner Abwesenheit aufraffen!

Da die Eier mangels Einkaufsvermögen ohnehin alle sind, bietet sich die vegane Variante sowieso an.
Leider steht mein Mann besonders auf aufwendige Torten oder alternativ jedenfalls auf den, aus seiner Kindheit stammenden, „mit-Bananen-belegten-Biskuit“.

Veganer Biskuitkuchen also, das trau ich mir zumindest kräftemäßig zu.
Eine gestrige längere Internetrecherche hatte schon ergeben, dass dieser hier das meistbenutzte Rezept für Biskuitteig vegan zu sein scheint:
http://just-me-ri.blogspot.de/2011/03/vegan-ganz-einfacher-biskuitboden.html?m=1-hier

Das Anrühren ist problemlos, sieht man davon ab, dass das Rapsöl m.E. für so einen Kuchen etwas komisch riecht, aber der Teig funktioniert jedenfalls und schmeckt, abgesehen vom Öligen, auch mit 50g Vollrohrzucker plus 50g Bio-Puderzucker ganz gut. (Sonst halte ich mich streng ans Rezept-wie bei mir beliebt, das Mehl mit halb Vollkornmehl zu mischen, traue ich mich allerdings nicht, man soll so einen empfindsamen Biskuit nicht überstrapazieren;-).

Schon in einzelnen Kommentaren bei „chefkoch.de“ (,wo das Rezept auch zu finden ist,) kann man nachlesen, dass der fertige Kuchen nicht jede/n gleichermaßen begeistert, auch bei mir geht er vor allem in der Mitte auf und eignet sich nur begrenzt zum Durchschneiden.
Wie angenehm, dass meine Schwiegermutter sich seinerzeit auch mit einer Schicht begnügte…
Langer Rede kurzer Sinn: ein bisschen platt an den Enden, aber noch hoffnungsvoll, holte ich das gute Stück aus dem Ofen:

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Normalerweise soll da dann noch „Götterspeise“ drauf, eine Gabe der Götter (wer kommt nur auf so was!!??!!?), die ich ohnehin wegen der vielen E’s in der Zutatenliste nicht in meine Küche lasse! „Gott sei Dank“ (-falls der überhaupt mit irgendeinem Teil meines Kuchens was zu tun hat-) besuchte ich auch schon in vorveganen Zeiten mal den Biomarkt und kann so noch ein gelatinefreies Päckchen „Tortenguss klar-vegan“ finden, das auf die Bananen darf und den Kuchen optisch halbwegs rettet.

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Aber zufrieden bin ich nicht. Schon beim Verzieren fühlt sich der Kuchen etwas „gummiartig“ an (Wen wundert’s, wenn ich daran denke, wie lange ich sonst (nur) die Eier aufgerührt habe, mit Öl nicht nachahmbar;-)), der Teig ist merkwürdig gelb-bräunlich, aber nicht so wie Vollkornteig und heller als auf den Fotos…mmmh, meine Spannung wächst, ob das wirklich schmecken kann!

Naja, Geschmäcker sind verschieden – mein Mann hat glaubhaft vermittelt, dass ihm der Kuchen schmeckt, über seine veganen Eigenschaften hab‘ ich einfach nicht gesprochen (-um ihn in seinem Urteil in keinster Weise zu beeinflussen-).
Bei mir kam er nicht so richtig an. Der Teig war zwar lockerer, als er aussah, das hat mich ehrlich überrascht (und lag wohl an der Benutzung von kohlensäurestarkem Mineralwasser), der Geschmack war okay, aber nicht so gut wie Biskuit sonst, aber auch abgesehen davon nicht mein Traumteig.
Ich musste mich nicht schämen, immerhin war es ein bequemer, schnell gemachter Kuchen, den man mit passender Auflage gut essen kann, aber auch nicht mehr.

Ein veganes Biskuitrezept werde ich aber wohl noch weitersuchen.

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